Impfstoff als öffentliches Gut

Impfstoff als öffentliches Gut

Zu Beginn der Pandemie haben viele Politiker*innen in der EU angekündigt, den Impfstoff zu einem öffentlichen Gut machen zu wollen – doch ein Blick auf die vergebenen Förderungen und die laschen Auflagen machen diese Aussagen zu bloßen Lippenbekenntnissen.

Dass Pharmakonzerne mit Patenten das Wissen über Entwicklung und Produktion privatisieren und kurzfristige Profite und Aktienkurse wichtiger sind als globale Gesundheit, ist besorgniserregend – und war nicht immer so: Bis in die 1970 Jahre kooperierten Universitäten und private Impfstoffhersteller*innen in den USA und Europa auf Augenhöhe. In einigen Ländern gab es sogar eine eigene staatliche Produktion. Forschungsergebnisse wurden geteilt, noch 1983 gab es unter 27 Impfstoffprodukten in den USA nur zwei Patente.

Heute kontrollieren vier Hersteller*innen 90 Prozent des Weltmarkts. Mithilfe der Patente sichern sich Pharmakonzerne Monopole und gewaltige Profite. Sie verhindern damit, dass auch andere Hersteller*innen den lebensrettenden Impfstoff produzieren können. In den Ländern mit niedrigem Einkommen landen daher nur 0,2 Prozent der Impfstoffe, währenddessen bereichern sich Aktionär*innen und Manager*innen der Pharmakonzerne am lukrativen Geschäft: Mindestens neun Personen sind durch die Covid-Impfstoffe zu Milliardär*innen geworden, darunter die CEOs von Biontech und Moderna. Deren Vermögen würde reichen, um alle Menschen in Ländern mit niedrigen Einkommen zumindest einmal zu impfen.

Mit dem TRIPS-Waiver haben Südafrika und Indien einen Vorschlag gemacht, der diesen Entwicklungen entgegenwirkt! Denn die Pandemie ist erst zu Ende, wenn wir alle sicher sind und alle Menschen weltweit Zugang zu Impfstoffen haben.